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21,5-Millionen-Auftrag für Neubau der Seeschleuse unterschrieben

„Mit dem Superlativ ,historisch‘ sollte man zurecht vorsichtig umgehen. Aber nach dieser Vertragsunterzeichnung, darf man diese Formulierung durchaus zitieren“, sagte Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft am Freitagvormittag im Rathaus. Vier Tage vor Weihnachten wurde im historischen Sitzungssaal der Vertrag für das größte Investitionsvorhaben der jüngeren Vergangenheit unterzeichnet. „Mit dem schrittweisen Neubau der Seeschleuse unseres Hafens sichern wir die Zukunft unserer Stadt“, betonte Bechtluft. Der erste Schritt ist nun der Neubau des Außentores der Schleuse für 21,5 Millionen Euro. Am Donnerstagabend hatte der Rat der Stadt Papenburg mit einem einstimmigen Votum für den Schleusen-Neubau den Weg frei gemacht für die Unterzeichnung des Vertrags. „Die Abstimmung war nötig geworden, weil das wirtschaftlichste Angebot bei der Ausschreibung rund 1,5 Millionen über dem Haushaltsansatz liegt“, so Bechtluft. Der Stadtrat hatte sich aber demonstrativ hinter das Projekt gestellt und die Mehrausgaben freigegeben.

Beste Stimmung herrschte kurz vor Weihnachten am Freitagvormittag im historischen Ratssaal im Papenburger Rathaus. Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (sitzend, links) und Norbert Meyer von der Firma Hecker Bau (sitzend rechts) unterzeichneten den Bauauftrag für das neue Außenhaupt der Seeschleuse über 21,5 Millionen Euro.

„Ein großes Dankeschön müssen wir in diesem Zusammenhang an den Landkreis Emsland und das Land Niedersachsen aussprechen“, so Bürgermeister Bechtluft weiter. Diese Vertragsunterzeichnung sei nur möglich, weil das Land Niedersachsen 8 Millionen Euro und der Landkreis Emsland 6 Millionen Euro zum Projekt „Neubau Außenhaupt Seeschleuse“ dazugeben. „Alleine könnte die Stadt Papenburg das überhaupt nicht stemmen.“ Die finale Entscheidung für die Förderung stammt bereits aus dem Jahr 2015. „Weil wir aber die Ausschreibung vorbereiten, den rechtlichen Rahmen und die technischen Rahmenbedingungen abstimmen mussten, konnten wir den Auswahlprozess für den Vertragspartner erst jetzt beenden“, erklärt Bechtluft. Mit der Firma Hecker habe man aber einen Experten im Wasserbau gewinnen können, dem man das komplizierte Bauvorhaben ohne Zweifel zutrauen dürfe. 

„Für uns ist klar, dass der Papenburger See- und Binnenhafen nicht nur die Herzkammer der Wirtschaft in der Stadt, sondern im gesamten nördlichen Emsland ist“, sagte der Landrat des Landkreises Emsland, Marc-André Burgdorf. Darum sei eine Förderung dieses Mega-Projekts für den Landkreis auch eine zentrale Herausforderung, um die Wirtschaftskraft der Region zu erhalten. „Die Unternehmen im Kreisgebiet können sich darauf verlassen, dass die kommunale Familie aus Städten, Gemeinden und dem Kreis für eine zukunftsfähige und sichere Infrastruktur sorgt.“ Dafür gebe man nicht nur in Papenburg Millionenbeträge aus, sondern auch im mittleren und südlichen Kreisgebiet. „Damit ist und bleibt der Landkreis Emsland ein idealer Standort für Ansiedlungen, wirtschaftliches Wachstum und sichere Arbeitsplätze.“ 

Starten sollen die Bauarbeiten direkt im neuen Jahr, erste vorbereitende Maßnahmen werden im Moment bereits an der Schleuse durchgeführt. Abschlossen sollen die Arbeiten im Mai 2022 sein.