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EINE gemeinsame Sprache für die Theater

Weit auseinandergezogene Tische, unzählige Mikrofone, eingeschweißte Snacks, Mundschutze und eine große Leinwand mit Liveschaltung in andere Niedersächsische Theaterkommunen – in diesem ungewohnten und für Theater unspezifischen Umfeld traf sich am 15. und 16. Juni die niedersächsische Landesgruppe der INTHEGA (Die Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen) auf Einladung von Papenburg Kultur, um Erfahrungswerte und aktuelle Themen aus dem Veranstaltungsbereich zu diskutieren. Neben der INTHEGA-Bundesversammlung treffen sich die niedersächsischen Theatervertreter einmal im Jahr in einem der teilnehmenden Städte.

Unter strenger Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften traf sich am 15. und 16. Juni die niedersächsische Landesgruppe der INTHEGA Niedersachsen-Bremen auf Einladung von Papenburg Kultur in der Fehnstadt. Foto: Stadt Papenburg

Die diesjährige Tagung stand sowohl vom Ablauf als auch inhaltlich ganz im Zeichen der Corona-Krise, denn seit März steht die bundesdeutsche Kulturlandschaft still und die Planungen für eine Wiederaufnahme des Theaterbetriebs unter Berücksichtigung sämtlicher Hygiene- und Abstandsregelungen gehen aufgrund konkreter fehlender behördlicher Richtlinien nur schleppend voran. Dynamisch und kontrovers hingegen diskutierten die rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ihre Erfahrungen aus der letzten Spielzeit und schlossen sich in die Zukunft blickend einstimmig der Kampagne „Land unter“ an, die auf die aktuellen Nöte des Theaters im ländlichen Raum hinweist. Die Veranstalter verständigten sich auch darauf, im Hinblick auf besondere Gastspielprojekte in Zukunft verstärkt zu kooperieren.

 

Meet & Greet 

Das beeindruckende kulturell-kulinarische Rahmenprogramm übernahm federführend das Team von Papenburg Kultur. Und so durften sich die Theaterschaffenden bei dem abendlichen Meet & Greet in der Alten Drostei über verschiedene Live-Darbietungen freuen, die erfolgreich im Rahmen der vergangenen städtischen Jugendkultur-Projekte stattfanden. So standen beispielsweise für das Format „Poetry School“ zwei junge Papenburger Schülerinnen auf der Bühne, um ihre mitreißenden Texte dem sichtlich beeindruckten Publikum zu präsentieren. Nicklas Erpenbach, bekannt aus „Classic vs. Pop“ und dem „Composer Slam“, überzeugte mit seiner überragenden Darbietung einer Filmmusikvariation auf ganzer Linie und wies somit musikalisch auf das im April 2021 geplante „Film in Concert 3“ hin, bei dem er zusammen mit einigen Gastmusikern in der Stadthalle auftreten wird. Stellvertretend für „Book a Band“ stand Alexander Koop mit Gitarre und Gesang auf der Bühne und Alexej Janzen, Dozent der Kunstschule Zinnober, präsentierte die Initiative „help the artists“ und das Jugend-Atelier. Außerdem konnten sich die Tagungsgäste im Anschluss von dem Papenburger Künstler karikieren lassen und das entstandene Werk als Andenken mit nach Hause nehmen.

 

Ein Hoffnungsschimmer 

Die präsentierten Jugendprojekte fanden einen so positiven Anklang bei den Kulturschaffenden der teilnehmenden Städte, dass bereits am selben Abend intensive Gespräche über zukünftige Kooperationen und gemeinschaftliche Planungen mit Papenburg Kultur geführt wurden. Somit war das Jahrestreffen der INTHEGA in Papenburg ein Hoffnungsschimmer am kulturellen Horizont in einer Zeit, in der die Kultur neu erfunden werden muss.

 

www.help-the-artists.com