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Aschendorf

In einer Lebensbeschreibung des heiligen Liudger, des ersten Bischofs von Münster, wird Aschendorf erstmals namentlich erwähnt. Nach einer wechselvollen geschichtlichen Entwicklung, geprägt von Einflüssen der katholischen Kirche, wird Aschendorf im Jahre 1884 Sitz eines preußischen Landkreises und bleibt nach Zusammenschluss der Landkreise Aschendorf und Hümmling im Jahr 1932 Verwaltungssitz der Kreisverwaltung.

Die Bedeutung Aschendorfs als Verwaltungszentrum des nördlichen Emslandes wird 1952 noch dadurch unterstrichen, dass der Ort die Stadtrechte erhielt. Der Forderung nach der Schaffung größer geschnittener Kommunen kommen die Aschendorfer 1966 durch die Bildung einer Samtgemeinde mit den Nachbargemeinden nach. Doch dabei bleibt es nicht: 1973 wird Aschendorf in die Stadt Papenburg eingegliedert. Der Beschluss des Niedersächsischen Landtages im Jahre 1990, die Stadt Aschendorf als selbständige Gemeinde wieder herzustellen, wird 1992 durch das Bundesverfassungsgericht gestoppt. Im Jahr 2002 feierte Aschendorf sein 1250-jähriges Jubiläum.

um 800 Gründung einer Taufkirche in Aschendorf.

um 850 Ersterwähnung Aschendorfs in einer Lebensbeschreibung des Bischofs von Münster.

um 1000 Kloster Corvey, das die Mission im Emsland von der Zelle Meppen aus betreibt, erhält in Aschendorf durch den Adeligen Franco 60 Morgen Land übertragen.

1231 Auseinandersetzungen zwischen friesischen Rheiderländern und den Bewohnern des Kirchspiels Aschendorf, in die die Burgmannen der Fresenburg eingreifen.

1252 Der Bischof von Münster erwirbt die ravensburgischen Rechte im Emsland und in Friesland.

1266 Bau der Friedeburg bei Aschendorf durch den Bischof von Münster.

1272 Zerstörung der Friedeburg durch die Aschendorfer Bevölkerung.

1296 Beendigung einer Fehde zwischen den Kirchspielen Aschendorf, Heede und Rhede mit den Gebrüdern von Haren durch Vermittlung des Bischofs von Münster.

bis 1340 Kämpfe mit den Friesen und Errichtung der Befestigung Nienhaus durch den Bischof von Münster; Nienhaus wird Sitz des Emsland-Drosten.

1356 Die Aschendorfer besiegeln einen Friedensvertrag zwischen Bischof Ludwig II. von Münster und den Friesen.

1371 Nikolaus Swartewolt ist der erste namentlich bekannte Aschendorfer Pfarrer.

1399 Stiftung eines Marienbenefiziums in der Aschendorfer Kirche durch Pfarrer Bernhard Dopp.

1431 Ersterwähnung der Papenburg als bischöfliche Grenzburg zu Friesland.

um 1450 Aschendorf ist Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen den Hümmlinger Bauern und dem Drosten des Emslandes.

1494 Erwähnung eines Freistuhls des emsländischen Freigerichts in Aschendorf, das auch Sitz des Gogerichts über das nordwestliche Emsland war.

1497 Friedensschluss zwischen dem Bischof von Münstern und den Friesen nach langwierigen Grenzstreitigkeiten, die zu gegenseitigen Überfällen und Zerstörungen geführt hatten.

1498 Abschluss des Umbaus von St. Amandus zu einer dreischiffigen Hallenkirche.

1514 Stiftung einer Vikarie in der Aschendorfer Kirche durch den Osnabrücker Domherrn Reiner Eissingk von Bollingerfähr und Ersterwähnung der Aschendorfer Schule.

1543 Einführung der Reformation im Niederstift durch Bischof Franz von Waldeck.

1589 Durchzug spanischer Truppen im Kampf gegen die Niederländer.

ab 1613 Energischere Durchführung der Gegenreformation im Emsland durch den münsterschen Generalvikar Hartmann.

1614 Offizielle Wiedereinführung des katholischen Glaubens in Aschendorf am 25. Mai im  Beisein des Fürstbischofs Ferdinand und Inhaftierung des protestantischen Predigers Bothe am 25. Juni.

1622/23 Durchzug des protestantischen Söldnergenerals Graf von Mannsfeld und zeitweilige Einquartierung seiner Truppen.

1622/24 Starke Bevölkerungsverluste durch Seuchen.

1623 Rückeroberung des Emslandes durch die kaiserlich-katholische Liga.

1632 Gründung einer Schützenbruderschaft.

1632/33 Eroberung des Emslandes durch den in schwedischen Diensten stehenden Feldmarschall Dodo von Kniphausen.

1639-1648 Rückeroberung des Emslandes durch kaiserliche und münsterische Truppen; das nördliche Emsland bleibt bis zum Friedensschluss Aufmarschgebiet der kaiserlichen Truppen gegen Ostfriesland.

1665/66 Angriff des Fürstbischofs Christoph Bernhard gegen die Niederlande.

1667/68 Die geistliche Jurisdiktion geht vom Bischof von Osnabrück auf den Bischof von Münster über.

1672/74 Erneuter Angriff des Fürstbischofs Christoph Bernhard gegen die Niederlande und vergebliche Belagerung von Bourtange.

1680 Gründung eines Franziskanerklosters in Aschendorf.

1729 Fertigstellung des Herrenhauses Altenkamp.

1756/63 Aschendorf leidet im Siebenjährigen Krieg unter Einquartierungen und erzwungenen Abgaben.

1775 Brandkatastrophe in Aschendorf.

1809 Am 1. Februar tritt der Code Napoleon in Kraft, womit alle Standesrechte und Lehnsverhältnisse sowie die Eigenbehörigkeit abgeschafft sind.

1811 Aschendorf wird Mairie des Kantons Papenburg des Ober-Ems-Departements.

1812 Auflösung des Franziskanerklosters.

1815 Bildung einer Justizkommission des hannoverschen Amtes Meppen in Aschendorf, die zunächst auch für Papenburg zuständig ist.

1820 Bildung der Amtsvogtei Aschendorf für die Kirchspiele Aschendorf, Dörpen, Heede und Rhede.

1825 Fertigstellung der Aschendorfer Synagoge.

1827 Bildung des hannoverschen Amtes Aschendorf, das zusätzlich die Kirchspiele Lathen und Steinbild umfasst.

1832/33 Neubau des Amtshauses Nienhaus in Aschendorf.

1840 Einrichtung einer Apotheke in Aschendorf.

1844 Fertigstellung einer befestigten Chaussee zwischen Meppen und Aschendorf, die 1849 Papenburg verbindet.

1845 Gründung der Liedertafel "Erholung".

1848 Forderung der Abschaffung der arenbergischen Standesherrschaft in weiten Teilen des Emslandes, so auch in Aschendorf; man verlangte ebenso eine Beschleunigung der Ablösungen und Markenteilungen.

1852 Einrichtung einer lutherischen Volksschule.

1856 Eisenbahnanschluss Aschendorf durch die hannoversche Westbahn.

1872 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.

1875 Endgültige Abstreifung der arenbergischen Standesherrschaft im nunmehr preußischen Kreis Meppen.

1880 Gründung des Deichverbandes Tunxdorf-Rhede-Aschendorf.

1884 In der neuen preußischen Kreisordnung wird der Landkreis Aschendorf gebildet, der das ehemalige Amt Aschendorf und die Stadt Papenburg umfasst.

1892 Gründung der Aschendorfer Bank, der 1898 die Kreditgenossenschaft des Handwerker-Vereins folgt.

1898 Bau des Marienstifts.

1899 Fertigstellung des Landratsamtes in Aschendorf.

1903 Einrichtung einer gewerblichen Fortbildungsschule.

1911 Bei einem Feuer in Aschendorf brennen 18 Häuser ab.

1912 Elektrifizierung des Ortskerns.

1913 Gründung des TuS Aschendorf.

1918 Am 20. November bildet sich ein Arbeiter- und Soldatenrat.

1919 Im Frühling kommt es zu Demonstrationen gegen den Aschendorfer Landrat Hassenkamp; der Widerstand gegen den Landrat wird in Aschendorf vom 1920 vom Dienst suspendierten Bürgermeister Middendorf getragen.

1925 Neubau des Finanzamtes, das für Aschendorf in Konkurrenz zu Papenburg gewonnen werden konnte.

1926 Errichtung einer landwirtschaftlichen Winterschule in Aschendorf.

1929 Einweihung einer evangelischen Kapelle in Aschendorf.

1930 Einweihung der neuen Aschendorfer Schule mit einer Turnhalle.

1933 Bürgermeister Schulte-Eissing (Zentrum) wird durch Johann Bösing (NSDAP) ersetzt und politisch ausgeschaltet.

1934 KZ-Lager Aschendorfermoor.

1945 Am 20. April wird Aschendorf von den Alliierten besetzt und das Lager Aschendorfermoor befreit.

1952 Aschendorf erhält am 7. September die Stadtrechte.

ab 1961 Aussiedlung von Hofstellen aus dem Stadtkernbereich.

1966 Bildung einer Samtgemeinde aus Aschendorf, Tunxdorf, Nenndorf, Herbrum, Lehe und Neulehe.

1972 Förmliche Festlegung der Stadkernsanierung.

1973 Niedersächsische Gemeindereform: am 1. Januar Eingliederung Aschendorfs in die Stadt Papenburg.

1977 Eingliederung des Kreises Aschendorf-Hümmling in den neuen Großkreis Emsland.

2002 1250-Jahr-Feier

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